Tätigkeitsbericht der Aidshilfe Baden-Württemberg e.V. 2025

40 Jahre Aidshilfen in Baden-Württemberg

Stuttgart, 30. April 2026

Im Jahr 2025 feierte unser Landesverband 40 Jahre Aidshilfen in Baden-Württemberg. Die Aidshilfe-Vereine in Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart und Pforzheim wurden im Jahr 1985 gegründet; die AIDS-Hilfe Schwäbisch Gmünd besteht seit 30 Jahren.  Die Jubiläen der Aidshilfen stehen für Jahrzehnte erfolgreicher Selbsthilfe, Aufklärung, Prävention und Solidarität. 

Mitte der 1980er-Jahren erreichte die damals neue Immunschwächekrankheit Aids auch Deutschland und löste große Unsicherheiten und Ängste aus. Erste Fälle traten in Baden-Württemberg vor allem in Großstädten wie Stuttgart oder Karlsruhe auf. Menschen aus den betroffenen Communities bildeten Netzwerke zur Selbsthilfe und organisierten sich im ganzen Land in lokalen Gruppen. Aus diesen Initiativen gingen im Laufe der Zeit die heutigen Aidshilfen und Zentren für sexuelle Gesundheit hervor. 1987 schlossen die Aidshilfen sich dann in ihrem Landesverband zusammen: Sie gründeten die Aidshilfe Baden-Württemberg e.V.

Unsere Ziele sind: Vorurteilen und Stigmatisierung durch Politik und Gesellschaft entgegenzuwirken, Menschen mit HIV zu unterstützen und die Bevölkerung zu informieren und aufzuklären.

Wo früher die Selbsthilfe im Mittelpunkt stand, bieten unsere Mitgliedsorganisationen inzwischen zusätzlich ein breites Angebot zur sexuellen Gesundheit, Bildung und Prävention an – z.B. die Checkpoints für Tests und Beratung zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen.

Aktuelle Zahlen zeigen, dass diese Angebote weiterhin hochrelevant sind: Laut Robert-Koch-Institut (RKI) wird die Anzahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland sowie bei Menschen deutscher Herkunft, die sich im Ausland mit HIV infiziert haben, für das Jahr 2024 auf 2.300 geschätzt und liegt damit etwa um 200 Neuinfektionen höher als 2023. Insgesamt leben in Deutschland laut Schätzungen etwa 97.700 Menschen mit HIV, davon ca. 10.300 in Baden-Württemberg. Die Zahlen des RKI unterstreichen die Wichtigkeit, im Kampf zur Eindämmung (und gegen die Weiterverbreitung) von HIV dranzubleiben.

Vereint für Menschen mit HIV und sexuelle Gesundheit. Seit 1987.

Die Aidshilfe Baden-Württemberg e.V. (AHBW) ist der Landesverband der baden-württembergischen Aidshilfen und Zentren für sexuelle Gesundheit, der Beratungsstelle KOSI.MA und des Selbsthilfe-Vereins aktHivplus e.V. Diese sind eigenständige und unabhängige Organisationen. Seit 1987 vertritt die Aidshilfe Baden-Württemberg die Interessen ihrer 12 Mitgliedsorganisationen gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit und ist als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Im Landesverband engagieren wir uns gemeinsam für Solidarität und Akzeptanz von Menschen mit HIV und Aids, in der Antidiskriminierungsarbeit, Aufklärungsarbeit sowie in der Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Wir stehen mit klarer Haltung für eine diverse und vielfältige Gesellschaft, in der kein Mensch aufgrund von Gesundheitszustand, sexueller Orientierung, geschlechtlicher Identität, sozialer oder ethnischer Herkunft, Aussehen oder Behinderung ausgegrenzt wird. Vertreten wird der Verein durch einen ehrenamtlichen Vorstand in Zusammenarbeit mit der Landesgeschäftsstelle mit Sitz in Stuttgart.

Ehrenamtlicher Vorstand und Kassenprüfer 

Bei der Mitgliederversammlung im März 2025 fanden satzungsgemäß nach zweijähriger Amtszeit die Wahlen des ehrenamtlichen Vorstands und der Kassenprüfenden statt. Die beiden bisherigen Vorstände, Oliver Hildenbrand und Florian Wahl, wurden dabei erneut in ihrem Amt bestätigt. Peter Abelmann kandidierte erstmals und wurde erfolgreich in den Vorstand gewählt. Somit bestand der ehrenamtliche Vorstand der AHBW 2025 aus drei Personen:

  • Peter Abelmann aus Heidelberg. Verwaltungsangestellter der Universität Heidelberg (Soziologie); Vorstandsvorsitzender der Aidshilfe Heidelberg e.V.
  • Oliver Hildenbrand aus Stuttgart. MdL (Bündnis 90/Die Grünen); stellvertretender Fraktionsvorsitzender, Sprecher für Innenpolitik und Queerpolitik. AK-Vorsitzender Inneres, Digitalisierung und Kommunen
  • Florian Wahl aus Böblingen. MdL (SPD); Vorsitzender Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration; Sprecher für Gesundheitspolitik, Arbeitsmarktpolitik und Queerpolitik

Mit ihren unterschiedlichen Expertisen und Kompetenzen ergänzen sich die drei Vorstände hervorragend und treiben die Aidshilfearbeit auf Landesebene erfolgreich voran. Der Vorstand traf sich mit der Geschäftsführung im Jahr 2025 zu 11 Vorstandssitzungen. Zusätzlich fand eine moderierte Klausur zur Reflexion und Weiterentwicklung der Vorstandsarbeit statt.

Bernhard Flögel aus Karlsruhe, Vorstand der AIDS-Hilfe Karlsruhe e.V., wurde erneut zum Kassenprüfer gewählt. Dieter Borst legte sein Amt als Kassenprüfer nach jahrzehntelangem Einsatz nieder.

Personal der Landesgeschäftsstelle

Auch 2025 war Claudius Desanti weiterhin hauptamtlich für die Geschäftsführung der AHBW in der Stuttgarter Landesgeschäftsstelle (LGST) verantwortlich.

Laura Breitenberger als Referentin für Projektmanagement und Sam Tittes als Referent*in für die Projektkoordination Gentle Queer traten zum Jahresbeginn 2025 ihre Stellen neu an, jedoch verließen beide die LGST noch in der Probezeit. 

Die LGST freute sich dann, im Juli Lars Lindauer als neuen Referenten für Kommunikation und Projektkoordination Gentle Queer zu begrüßen. Er ist als ehrenamtlicher Vorstand der IG CSD Stuttgart e.V. hervorragend in der queeren Community vernetzt und verhalf seinem Projekt durch kommunikatives Fachwissen direkt zu neuen Impulsen.

Im September wurde die Stelle für Projektmanagement nach erneuter Ausschreibung mit der Referentin Hanna Kieninger besetzt. Sie bereichert das Team durch ihr organisatorisches Talent, u.a. in der Weiterführung der Projekte in den Bereichen Frauen und Migration sowie in der Planung des ersten Fachtags unserer Arbeitskreise.

Andrea Schmid ergänzte das Team bis zum Jahresende als Verwaltungskraft in geringfügiger Beschäftigung. Das Team der LGST freut sich nun bereits auf die Rückkehr von Julia Reinelt aus der Elternzeit im Mai 2026.

Dank der engagierten Vorstände, Kassenprüfer und Teammitglieder führte die AHBW im Jahr 2025 ihre Aufgaben und Projekte in Zusammenarbeit mit den Mitgliedsorganisationen gemäß ihrer Satzung und den Förderleitlinien gewissenhaft und erfolgreich durch.

Öffentlichkeitsarbeit, Website und Social Media

Die LGST informiert die Öffentlichkeit ganzjährig über die Anliegen und Tätigkeiten des Landesverbands auf unterschiedlichen Kanälen. Dazu gehört die Darstellung aller Aktivitäten, Projekte, Angebote und Veranstaltungen der AHBW auf dem Instagram-Kanal @aidshilfebw sowie auf der eigenen Website www.aidshilfe-bw.de, einschließlich der Veröffentlichung von Stellenangeboten aus dem gesamten Landesverband. Ergänzend werden regelmäßig Pressemitteilungen veröffentlicht, etwa zu Anlässen wie dem Welt-Aids-Tag oder dem Frauen*Tag. Die LGST gibt auch gedruckte Informationsmaterialien wie die Jahresbroschüre 2025 heraus (s. Berichtskapitel Verbandsentwicklung). 

Darüber hinaus vertritt die LGST den Landesverband bei Fach- und öffentlichen Veranstaltungen. 

HIV-Fachtag im Klinikum Stuttgart
© AHBW

Dies geschah beispielsweise im September 2025 durch eine Präsentation beim Fachtag „HIV und Infektiologie – neuester Stand und was sich in Stuttgart tut“ im Klinikum Stuttgart. Dort stellte Claudius Desanti die Arbeit des Landesverbands sowie seiner Aidshilfen und Zentren für sexuelle Gesundheit in Baden-Württemberg vor. Die seit 1993 bestehende Veranstaltung informiert regelmäßig über aktuelle Entwicklungen in den Bereichen HIV und Hepatitis C, organisiert von der Stuttgarter Schwerpunktpraxis Schwabstraße 26.