Auf dem Bild sieht man den Karlsruher OB und Karin, die beide lächelnd in die Kamera schauen. Karin trägt das Bundesverdienstkreuz und hält einen Blumenstrauß in der Hand.

Für ihr langjähriges Engagement für die AIDS-Hilfe Karlsruhe e.V. hat Karin Krauss am 30. September 2021 durch Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen bekommen. Karin Krauss, seit 1987 Mitglied der AIDS-Hilfe Karlsruhe e.V., war von 1989 bis 2020 im Vorstand des Vereins, in den Jahren 1994 bis 2014 dessen Geschäftsführerin (in denen sie satzungsgemäß ihre Tätigkeit im Vorstand ruhen ließ). Von 2015 bis 2020 war sie zudem im Vorstand des Landesverbandes der Aidshilfen Baden-Württemberg. Seit 1998 ist sie Projektleiterin der von ihr initiierten AIDS-Benefiz-Kunstauktion.

Dr. Frank Mentrup hob in seiner Laudatio vor allem die Verdienste von Karin Krauss in der Anfangszeit der Aidsepidemie hervor, in einer Zeit, die stark von allgemeiner Verunsicherung und auch offener Ablehnung von HIV-infizierten Menschen bestimmt war. Hier sei es neben anderen Ehrenamtlichen vor allem ihr zu verdanken gewesen, dass Menschen mit HIV sich in der AIDS-Hilfe Karlsruhe zusammengefunden hätten, um eigenständig Hilfe zu organisieren. Später sei es Karin Krauss darum gegangen, die Selbsthilfe in einer Beratungsstelle zu institutionalisieren und zu professionalisieren, ohne dabei den Menschen aus den Augen zu verlieren. Sie habe die AIDS-Hilfe vielmehr stets als Familie verstanden, in denen sich Menschen auf Augenhöhe begegnen. Ihr Beispiel zeige, „dass Herz und Überzeugungskraft eng bei Ihnen miteinander verbunden sind, mit Herzblut kämpfen Sie für Ihre Sache, das merken die Menschen, die Sie ansprechen und um Unterstützung bitten“, so Mentrup weiter.

Überdies würdigte der Oberbürgermeister, dass Karin Krauss später im Vorstand des Landesverbandes der Aidshilfen Baden-Württemberg Verantwortung übernommen und sich für die Sicherung der Aidshilfen in Baden-Württemberg eingesetzt habe.

Einen persönlichen Dank an Karin Krauss formulierte Frank Mentrup so: „Wir sind glücklich, dass es Menschen in unserer Stadt gibt, die nicht abwarten, sondern zupacken, in die Öffentlichkeit gehen, Dinge sichtbar machen und dazu beitragen, dass bestimmte Teile der Gesellschaft nicht an den Rand gedrängt oder in der Unsichtbarkeit verschwinden. Sie machen aus der Stadtgesellschaft eine echte Stadtgemeinschaft!“

Karin Krauss bedankte sich in ihrer Rede bei der Stadt Karlsruhe für die große Unterstützung der Karlsruher Aidshilfe über viele Jahre hinweg. Im Rückblick auf ihre Arbeit in der Anfangszeit, in der viele Menschen mit HIV ohne wirksame Medikamente blieben und sterben mussten, mahnte sie an, die Menschen in den Ländern nicht zu vergessen, in denen es immer noch keinen ausreichenden Zugang zu den HIV-Medikamenten gibt. Mit bewegenden Worten unterstrich sie die Forderung der Vereinten Nationen, dass es bis zum Jahr 2030 kein Aids mehr geben soll.

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