Kultur- und sprachsensible Prävention & Selbsthilfe
Wie wir als Landesverband die Angebote vor Ort stärken
Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung stoßen beim Zugang zu Informationen, Beratung und Angeboten rund um HIV und sexuell übertragbare Infektionen (STI) oft auf Hürden. Unser Projekt bricht diese Barrieren auf. Als Landesverband finanzieren und stärken wir gezielt die interkulturelle Arbeit unserer Mitgliedsorganisationen in ganz Baden-Württemberg, um gesundheitliche Chancengleichheit für alle Realität werden zu lassen.
Im Mittelpunkt steht das Empowerment der Betroffenen: Wir befähigen Menschen, ihre sexuelle Gesundheit selbstbestimmt in die Hand zu nehmen und die Prävention und Selbsthilfe aktiv mitzugestalten.
Drei eng miteinander verzahnte Säulen bilden die Grundlage unseres Ansatzes:
- Sprachmittlung in den Einrichtungen: Wir statten die Teams vor Ort mit modernen, mobilen Übersetzungsgeräten aus, um eine spontane Verständigung auf Augenhöhe zu ermöglichen. Zudem finanzieren wir professionelle Dolmetscher*innen für vertiefte Beratungsgespräche und unterstützen die mehrsprachige Aufbereitung von Infomaterialien und Webseiten. Das schafft Vertrauen und Sicherheit für die Ratsuchenden.
- Community-Arbeit durch Peers: Wir fördern die Qualifizierung von Menschen aus migrantischen Communities zu sogenannten Peers durch unsere Mitgliedsorganisationen. In den lokalen Schulungen erwerben die Teilnehmenden fundiertes Wissen zu HIV/STI-Prävention, sexueller Vielfalt und Antidiskriminierung. Als Brückenbauer*innen tragen sie diese Informationen selbstaktiv weiter und bereichern die Präventionsarbeit vor Ort durch ihre eigenen Perspektiven.
- Kompetenz & Vernetzung: Wir ermöglichen Fortbildungen für haupt- und ehrenamtliche Kräfte der Mitgliedseinrichtungen, um eine migrations- und diskriminierungssensible Praxis zu sichern. Gleichzeitig koordinieren wir den landesweiten Erfahrungsaustausch über den Arbeitskreis Migration und unseren jährlichen Fachtag.
Das Ziel: Ratsuchende mit Flucht- und Migrationserfahrung erhalten einen barrierefreien Zugang zu wirksamer Prävention und verlässlichem Wissen. Sie werden in ihrer Gesundheitskompetenz gestärkt, können eigene Anliegen in einem geschützten Raum (Safe Space) selbstbewusst äußern und finden einen leichten Weg in die unterstützenden Netzwerke der Selbsthilfe.
Das Projekt wird durch die GKV-Gemeinschaftsförderung Baden-Württemberg unterstützt.
Grazia Julia Reinelt (sie/ihr)
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