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DROGEN |
Drogen & AIDS
Der Landesverband versteht sich als innovative Kraft, die gesundheits- und gesellschaftspolitische Veränderungen im Drogenbereich anstrebt. Derzeitige Bedingungen und Lebensrealitäten Drogen gebrauchender Menschen machen es zwingend erforderlich, die daraus resultierenden Gesundheitsrisiken zu minimieren, um extreme gesundheitliche Schäden zu vermeiden.
Offene und ehrliche Konsumbedingungen sind grundlegende Voraussetzungen für eine auf Akzeptanz basierende Präventionsarbeit. Solange Menschen sich durch eine restriktive Drogenpolitik veranlasst sehen, ihrem Bedürfnis nach Rausch und der Wahl ihres Rauschmittels im Verborgenen nachzugehen, sind sie für Präventionsmaßnahmen und -botschaften für gesundheitsförderliches Agieren kaum erreichbar. Nur gemeinsam mit den Konsumentinnen und Konsumenten illegalisierter Drogen können erfolgreiche Präventionskonzepte entwickelt und eine der Zielgruppe entsprechende Projektarbeit gewährleistet werden.
Risiken beim Spritzen
Sie sind da, auch wenn man sie nicht sieht: Bakterien, Pilze und Viren - wie HIV und Hepatitis-Viren. Sie befinden sich z.B. in Blutresten in gebrauchten Spritzen oder Nadeln, in gebrauchten Filtern, auf schmutzigen Löffeln und so weiter.
Needle-Sharing
Am gefährlichsten ist das Needle-Sharing, wenn also Nadel und/oder Spritze von mehreren benutzt werden. Über Bluteiweiß-Reste, die man mit bloßem Auge oft nicht mehr erkennen kann, können Viren, Bakterien und Pilze in die Blutbahn gelangen und z.B. Schüttelfröste, Krämpfe oder Abszesse verursachen. Eine Reihe von Bakterien und Pilzen kann auch in Herz und Lunge geraten, sich dort festsetzen und zu schweren (manchmal lebensbedrohlichen) Komplikationen führen. Sehr gefährlich sind Hepatitis-Viren und HIV. HIV ist das Virus, das Aids verursacht - und Aids ist immer noch nicht heilbar. Hepatitis-Infektionen können die Leber schwer angreifen. Wird eine Hepatitis chronisch, kann es zu Leberzirrhose, Leberversagen und Leberkrebs kommen.
Nur sterile Spritzbestecke bieten einen optimalen Schutz vor Infektionen. Können Drogengebraucher nicht darauf zurückgreifen, sollten sie Spritzbesteck auf jeden Fall vorher reinigen (siehe "Tipps zum Reinigen des Spritzbestecks")!
Drug-Sharing
Wird die gesamte Substanz mit EINER Spritze aufgezogen und dann, nach Teilstrichen bemessen, an die anderen weitergeben, ist das sehr riskant. Zwar benutzt jede/r die eigene Spritze, doch wenn die erste Spritze oder Nadel nicht steril sind, können Bakterien, Pilze und Viren weitergetragen werden.
Um Stoff gerecht zu teilen, gibt es eigentlich nur eine saubere Lösung: Eine/r teilt das Pulver, die anderen suchen sich ihre Portion aus. Dann benutzt jede/r den eigenen Löffel, den eigenen Filter, die eigene Spritze.
Work-Sharing
Auch beim gemeinsamen Benutzen von Werkzeug werden Krankheitserreger übertragen: Gebrauchte Filter und Tupfer, verunreinigte Löffel und Gläser, sogar abgestandenes Wasser sind "Verstecke" von Krankheitserregern und ein idealer Nährboden für Pilze und Bakterien. Diese Bedingungen sind "ideal" für die Übertragung von Hepatitis-Viren. Daher solten Drogengebraucher immer nur den eigenen Löffel, unbenutzte Filter und Tupfer sowie frisches Wasser verwenden.
Risiken senken durch Reinigen des Spritzbestecks
Nur ungebrauchte, sterile Spritzbestecke sind wirklich sicher!
Wenn Drogengebraucher aber keines zur Verfügung haben (z.B. in Haft), können sie erst einmal sniefen oder rauchen, um den "Affen" zu vermeiden. So haben sie Zeit, sauberes Spritzbesteck zu besorgen. Wenn das nicht geht, sollten sie das eigene Spritzbesteck unbedingt provisorisch desinfizieren.
Die Methoden zur provisorischen Desinfizierung sind nicht 100%ig sicher! Am sichersten ist das Auskochen mit Wasser. Ausführliche Informationen bietet unsere Broschüre "Safer Use - Risiken minimieren beim Drogengebrauch".
Quelle
Bearbeiteter Auszug aus unserer Broschüre "Safer Use. Risiken minimieren beim Drogengebrauch" (2., überarbeitete Auflage, Berlin 2004)
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