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HIV-ANTIKÖRPER-TEST
 
Der HIV-Antikörper-Test

Wer befürchtet, sich mit HIV infiziert zu haben, sollte sich beraten lassen. Stellt sich bei der Beratung heraus, dass tatsächlich ein HIV-Risiko bestanden hat, kann ein HIV-Test Gewissheit verschaffen.

Das Wissen um eine HIV-Infektion ermöglicht den rechtzeitigen Zugang zu wirksamen Behandlungsmöglichkeiten.

In der Beratung sollte man sich auch über mögliche soziale und rechtliche Nachteile informieren, die mit dem Test bzw. mit einem positiven Ergebnis verbunden sein können.

Ob jemand einen HIV-Test machen lässt, ist seine freie Entscheidung. Der HIV-Test darf nicht ohne Wissen und Einverständnis des zu Testenden erfolgen, niemand darf einen anderen zu einem Test zwingen.

Wer ausschließen will, sich mit HIV infiziert zu haben, sollte den Test frühestens drei Monate nach der letzten Risikosituation durchführen lassen.

Der HIV-Test ist keine Vorbeugungsmaßnahme. Schützen kann man sich nur, wenn man die Safer-Sex- und Safer-Use-Regeln beachtet.


Was passiert beim HIV-Antikörper-Test?

Der HIV-Test untersucht, ob der Körper Abwehrstoffe = Antikörper gegen das Virus gebildet hat. Solche Antikörper werden in der Regel innerhalb von drei bis zwölf Wochen nach einer Infektion gebildet.

Wer ausschließen will, dass er sich mit HIV infiziert hat, sollte den Test frühestens drei Monate nach der letzten Risikostituation durchführen lassen.

Wo man sich am besten testen lassen kann, kann man z.B. bei einer Aidshilfe in der Nähe erfragen (auch telefonisch).

Grundsätzlich gilt: Gesundheitsämter bieten den HIV-Test meist kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr (in der Regel zwischen 10 und 15 Euro) an. Der große Vorteil ist, dass man ihn hier anonym - also ohne Namensnennung - durchführt und das Ergebnis nicht "aktenkundig" wird.

Erfolgt der Test in einer ärztlichen Praxis, wird er namentlich durchgeführt, das heißt, der Test und das Ergebnis werden mit allen möglichen Folgen "aktenkundig".

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten, wenn der Verdacht auf eine Infektion vorliegt, sowie für einen Test im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge.


Suchtest

Für den HIV-Antikörpertest wird Blut abgenommen und mit einem Suchtest (dem so genannten ELISA) auf Antikörper untersucht. Dieser Test ist so empfindlich, dass er auch geringe Mengen Antikörper entdeckt.

Werden keine Antikörper gefunden, bekommt man dieses Ergebnis mitgeteilt. Werden hingegen Antikörper nachgewiesen (="Suchtest reaktiv"), wird ein aufwendigerer (und teurerer) Bestätigungstest vorgenommen. Aufgrund der hohen Empfindlichkeit kann der Suchtest nämllich auch "falsch positive" Testergebnisse produzieren - ähnlich wie ein Feuermelder bereits bei der geringsten Hitze- und Rauchentwicklung Alarm geben kann, ohne dass es wirklich brennt.


Bestätigungstest

Der Bestätigungstest (meistens der so genannte Western Blot) wird normalerweise mit derselben Blutprobe durchgeführt wie der Suchtest, sodass man sich die Belastung durch eine zweite Blutabnahme und die erneute Wartezeit sparen kann.

Weist auch der Bestätigungstest Antikörper gegen HIV nach, wird das Ergebnis "HIV-Antikörpertest positiv" mitgeteilt.


"Schnelltest"

Schnell-Suchtests sind in Deutschland nur für eng begrenzte Notfallsituationen (in der Regel im Krankenhaus) zugelassen.


"Heimtest"

Auch "Tests für zu Hause" sind in Deutschland nicht zugelassen, weil sie störanfällig sind und leicht zu falschen Ergebnissen führen können.


Direkter Virusnachweis

In seltenen Fällen (z.B. bei Neugeborenen von HIV-positiven Müttern) setzt man zur Feststellung einer HIV-Infektion auch den direkten Nachweis von Viren bzw. Virus-Erbmaterial ein (meist mit einem so genannten PCR-Test). Dieser Test ist aber weniger genau als der Antikörpertest, d.h., das Risiko falscher Ergebnisse ist größer. Deshalb muss auch das Ergebnis "kein Virusnachweis" immer durch einen HIV-Antikörpertest (also frühestens drei Monate nach der letzten Risikosituation) bestätigt werden. Der direkte Virusnachweis ist außerdem sehr teuer und muss in der Regel selbst bezahlt werden.


Quelle:
Auszüge aus unserer Broschüre "test? Informationen rund um den HIV-Test" (3., völlig neu bearbeitete Auflage, Berlin 2003)

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