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Welt-Aids-Tag-Kampagne
„Es ist erschreckend, dass heute so wenig über die Gefahr von Aids gesprochen wird, dass ein so ernstes Thema in den Hintergrund gerückt ist. Ich will die Leute aufwecken.“ Mit dieser Botschaft wirbt Eisschnellläuferin Anni Friesinger im Rahmen der Welt-Aids-Tag-Kampagne in Deutschland und bekennt sich damit zur Solidarität mit den Betroffenen, gegen deren Ausgrenzung und zum Schutz vor Aids. Leider wurden die Aidshilfen in den letzten zwei Jahren im Rahmen von Werbekampagnen z. B. der Michael Stich Stiftung und der Hetzjagd im Fall „Nadja B.“ damit konfrontiert, dass das Thema sehr diskriminierend in die öffentliche Wahrnehmung gebracht wurde. Hier werden HIV-positive Menschen als Schuldige stilisiert und kriminalisiert. Damit werden Unsicherheiten und Ängste in der Allgemeinbevölkerung geschürt. Wir müssen uns verstärkt offensiv gegen Stigmatisierung und Diskriminierung von HIV-Infizierten in der Gesellschaft, am Arbeitsplatz und in der Community einsetzen. Das Welt-Aids-Tag-Motto „Gemeinsam gegen Aids“ darf nicht dahingehend interpretiert werden, dass daraus „Gemeinsam gegen Menschen mit HIV“ wird. Um dies zu erreichen, benötigen wir eine Entdramatisierung der HIVInfektion. Dieses Anliegen wird umso wichtiger, je mehr sich die Realitäten des Lebens mit HIV ändern. Durch die Behandelbarkeit der HIV-Infektion ergeben sich viele neue Aussichten für Betroffene. Es können andere, längerfristige Lebensplanungen entworfen und umgesetzt werden. Die Arbeit der Aidshilfen verändert sich diesbezüglich. Wir müssen innovative Bündnisse schließen sowie landesweit und regional Netzwerke z. B. in
den Bereichen Arbeitsförderung und –sicherung schaffen. Seit die Deutsche AIDS-Hilfe e. V. im April 2009 ihr Positionspapier „HIV-Therapie und Prävention“ veröffentlicht hat, sind ergänzende Präventionsstrategien eine Herausforderung für unsere Arbeit. Die zentrale Botschaft des Papiers: „Bei sexuellen Kontakten ohne Kondom mit einem HIV-positiven Menschen ist eine HIV-Übertragung unwahrscheinlich, wenn die Viruslast seit sechs Monaten unter der Nachweisgrenze ist, die antiretroviralen Medikamente konsequent eingenommen werden und keine Schleimhautdefekte bei den Sexpartnern/-partnerinnen vorliegen.“ Somit werden die bisherigen Safer-
Sex-Botschaften ergänzt und eröffnen neuartige Möglichkeiten in der Prävention.
Eine weitere Herausforderung ist das Angebot von HIV-Tests in den Aidshilfen bzw. vor Ort in den Zielgruppen. In einigen Städten bestehen bereits sehr gute Kooperationen der Aidshilfen mit den Gesundheitsämtern und es können Menschen zu einem HIV-Test motiviert werden, die durch die bisherigen Testsettings nicht angesprochen wurden.
Um diesen anspruchsvollen Herausforderungen qualitativ hochwertig begegnen zu können benötigen wir Ihre Hilfe, Unterstützung und Solidarität!
Gaby Wirz Geschäftsführerin
Aids-Hilfe Baden-Württemberg e. V.
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